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Große Auswärtsprobleme und ein prominenter Torjäger

Die Würzburger Kickers suchen nach ihrer Drittliga-Rückkehr noch ihre Form. Das 0:4 beim SV Meppen war bereits die sechste Saisonniederlage. Nur ein Sieg aus den letzten fünf Ligaspielen ließ den Aufsteiger unter den Strich rutschen. Besonders auswärts läuft wenig zusammen: Zwei Remis aus sechs Spielen bei 7:19 Toren sprechen eine deutliche Sprache. Auch im Viertelfinale des Bayerischen Landespokals scheiterte Würzburg mit 2:3 am Regionalligisten TSV Aubstadt. Selbst der Torwartwechsel von Johann Hipper zu Marko Rajkovacic brachte bislang keine Wende.

Zu Hause sind die Kickers dagegen eine andere Mannschaft. Drei der fünf Heimspiele wurden gewonnen, gegen Wehen Wiesbaden, Alemannia Aachen und Waldhof Mannheim sogar jeweils ohne Gegentor. Die große Herausforderung für Trainer Michael Schiele ist es, diese Stabilität auch in die Auswärtsspiele zu übertragen.

Schiele kennt den Weg zum Erfolg in Würzburg. Zwischen 2017 und 2020 führte er den FWK in die Spitzengruppe der 3. Liga und schließlich in die 2. Bundesliga. Im März kehrte er mitten im Aufstiegsrennen zurück, gewann neun seiner elf Ligaspiele und machte mit dem souveränen Erfolg gegen Lok Leipzig in den Aufstiegsspielen die Drittliga-Rückkehr im fünften Anlauf perfekt.

Der auffälligste Mann im Angriff ist Tarsis Bonga. Der 1,96 Meter große Stürmer und ältere Bruder von Basketball-Welt- und Europameister Isaac Bonga kommt bislang auf sechs Tore und zwei Vorlagen. Vier Treffer gelangen ihm in den vergangenen sechs Partien. Schon beim Aufstieg war er mit 15 Toren und acht Assists ein Schlüsselspieler. Hinter dem Einsatz von Liam Omore steht dagegen ein Fragezeichen. Der beste Vorbereiter der Kickers (drei Assists, zwei Tore) verletzte sich in Meppen früh. Während der Länderspielpause erlebte der Nationalspieler aus Benin ein besonderes Highlight: Vor 85.000 Zuschauern in Buenos Aires stand er im Abschiedsspiel gegen Lionel Messi auf dem Platz.

Auch bei den Neuzugängen finden sich namhafte Verstärkungen. Nathan de Medina soll die Abwehr stabilisieren, Ex-Bayern-Talent Franck Evina den Angriff beleben. David Kinsombi bringt reichlich Erfahrung mit: Der defensive Mittelfeldspieler absolvierte 239 Spiele in der 2. Bundesliga für sechs verschiedene Vereine.

Kurz vor Transferschluss kamen zudem Innenverteidiger Louis Breunig und Stürmer Thomas Kastanaras. Der 22-jährige Breunig wurde aus Braunschweig ausgeliehen und bringt 88 Einsätze in der 2. und 3. Liga mit. Kastanaras kehrt nach Stationen beim SSV Ulm und VfB Stuttgart II zurück in die 3. Liga. In 49 Spielen erzielte er zehn Tore und bereitete vier weitere vor.

Für die Fortuna ist das Heimspiel gegen Würzburg eine wichtige Gelegenheit, im Tabellenkeller Boden gutzumachen. Kevin Krumme sieht trotz der bislang liegen gelassenen Punkte keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Das Gute an der Liga ist, dass alles sehr eng beieinanderliegt. Mit einem oder zwei Siegen kann man sich, je nachdem, wie die anderen Mannschaften spielen, schnell aus der unteren Tabellenregion befreien“, betont der Mittelfeldspieler. „Natürlich kann man den Punkten hinterhertrauern, die man vielleicht schon hätte sammeln können. Das bringt uns aber nicht weiter.“

Entsprechend groß ist die Bedeutung der Begegnung mit den Kickers. „Das Spiel gegen Würzburg hat selbstverständlich eine besondere Bedeutung. Beide Mannschaften wollen aus dem Abstiegskampf heraus und möglichst viele Punkte sammeln. Deshalb wollen wir die Partie gewinnen. Wir haben richtig Lust darauf und wollen an unsere bisherigen Leistungen anknüpfen“, sagt Krumme.

Nächste Begegnung
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